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Einführung des Semestertickets für Passauer Studierende

Ab dem Sommersemester 2013 (Semesterbeginn: 1. April) können Studierende der Universität Passau kostenlos die Buslinien der Verkehrsbetriebsgesellschaft Passau (VBP) nutzen. Als Fahrausweis dient der Studierendenausweis in Verbindung mit einem gültigen amtlichen Personalausweis oder Reisepass. Die neuen Studierendenausweise der Universität, die zukünftig auch das Logo der VBP tragen, werden in diesen Tagen verschickt.

Felix Speidel, Maximilian Karg und Marcus Plahusch vom AStA/SprecherInnenrat präsentieren die neuen Studierendenausweise, welche zugleich als Busfahrkarte dienen. Foto: Jäger

Angestoßen hatte das Semesterticket der SprecherInnenrat im Sommersemester 2012. „Gerade in Zeiten steigender Studierendenzahlen wohnen viele meiner Kommilitonen und Kommilitoninnen vermehrt vom Stadtkern entfernt und müssen für eine Monatskarte dreißig Euro im Monat bezahlen. Ein Semesterticket stellt für sie eine immense Erleichterung dar“, erklärt Karin Bugow, damals studentische Senatorin und Hauptinitiatorin des Semestertickets. In einem Onlinevotum gaben 5.426 Studierende ihre Stimme ab (54,69 Prozent), 4.825 stimmten für die Einführung des Tickets (88,92 Prozent). „Eine solche Abstimmungsmehrheit ist Anerkennung und Lob für all unsere Mühen und Arbeitszeit, die investiert wurde“, so Maximilian Karg, damaliger Vorsitzender des SprecherInnenrats, über das Ergebnis.

Die Bestimmungen zum Semesterticket sind durch eine Vereinbarung zwischen dem Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz und der VBP geregelt, die durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Infrastruktur genehmigt wurde. Die Vereinbarung gilt zunächst bis zum 31. März 2015. Alle Studierenden werden darin verpflichtet, zehn Euro im Semester an das Studentenwerk zu bezahlen. Mit ihrem Studierendenausweis können sie dafür beliebig oft alle Linien der VBP nutzen, ausgenommen ist der Oberhausbus.

„Unsere Studierenden setzen damit ein starkes Zeichen der Solidarität gegenüber denen, die dringend auf den Bus angewiesen sind“, würdigt Kanzlerin Dr. Andrea Bör die Regelung. „Die Umsetzung des Semestertickets durch das Studentenwerk und die VBP halte ich für sehr gelungen.“

„Wir freuen uns, dass wir mit Unterstützung des Studentenwerks und der VBP das mit Abstand günstigste Semesterticket Deutschlands möglich machen konnten“, sagt Stephan Magnus Weichenrieder vom studentischen Organisationsteam. „Auch hoffen wir, dass mit dem Ticket auch andere Teile von Passau für studentisches Leben erschlossen werden können und damit die Verbindung zur Stadtbevölkerung enger und besser wird.“

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Ticket finden Sie nachstehend und im Blog der Universität (http://blog.uni-passau.de/) zusammengefasst.

Download der gemeinsamen Pressemitteilung des SprecherInnenrats, des Studentenwerks Niederbayern/Oberpfalz und der Universität Passau als PDF-Datei

Bekanntmachung der Ergebnisse der Onlineabstimmung über das Semesterticket

In der vergangenen Woche hat eine Onlineabstimmung über die Einführung eines Semestertickets für Passau unter Studierenden stattgefunden. 5426 Studierende haben für dieses Ticket abgestimmt – eine Beteiligung von 54,69 %.

* Dafür: 4825 (88,92%)

* Dagegen: 601 (11,08%)

Damit ist eine eindeutige Mehrheit der Studierenden für die Einführung des Semestertickets.

„Eine solche Abstimmung ist der beste Lohn für unsere Arbeit – wir freuen uns, dass so viele Studierende unsere Arbeit unterstützen.“, so Stephan Weichenrieder, Mitarbeiter des AStA/SprecherInnenrats.

Über diese hohe Beteiligung freut sich der AStA/ SprecherInnenrat, so der Vorsitzende Maximilian Karg: „Wir sind von einer viel geringeren Beteiligung ausgegangen und freuen uns nun, dass wir so viele Studierende mobilisieren konnten abzustimmen. Die Abstimmung erfährt dadurch eine ausreichende Legitimation.“

Das Semesterticket kann ab dem Sommersemester 2013 eingeführt werden. Der Betrag von 10 € pro Studierenden wird dann mit den Studienbeiträgen überwiesen. Zum nächsten Wintersemester ist die Einführung nicht mehr möglich, da für dieses der Abbuchungszeitraum bereits abgelaufen ist.

Als nächstes muss nun ein Vertrag zwischen dem Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz und den Stadtwerken Passau aufgesetzt werden. Hierzu Felix Speidel, studentischer Senator: „Leider haben die Studierenden in Bayern nicht die Befugnisse – eigene Rechtspersönlichkeit – einen solchen Vertrag selber abzuschließen. Hier muss sich in der Politik noch einiges bewegen, damit Studierende sich angemessen vertreten können. Eine Verfasste Studierendenschaft – wie im Rest von Deutschland üblich – ist für die Zukunft unumgänglich.“

Der vergleichsweise niedrige Preis erklärt sich dadurch, dass jede/r Studierende verpflichtet wird Beitrag von 10 € zu zahlen – ein Solidaritätsbeitrag. So werden die bisherigen Einnahmen des Studentenwerks durch Studierende schlicht auf alle aufgeteilt.

Karin Bugow, studentische Senatorin, hebt hervor: „Gerade in Zeiten steigender Studierendenzahlen wohnen viele meiner Kommilitonen und Kommilitoninnen vermehrt vom Stadtkern entfernt und müssen für eine Monatskarte 30 € im Monat blechen – ein Semesterticket stellt für sie eine immense Erleichterung dar!“

Geltungsbereich des Tickets ist das Stadtgebiet Passau. Als Fahrkarte wird der Studierendenausweis in Verbindung mit einem amtlichen Lichtbildausweis dienen. Das Ticket gilt sowohl während des Semesters als auch in den Semesterferien.

Semesterticket – die am häufigsten gestellten Fragen

Was ist das Semesterticket für Passau?

Das Semesterticket ermöglicht es jedem Studierenden, vom ersten Tag eines Semesters bis zum Beginn des Folgesemesters den öffentlichen Nahverkehr in Passau zu nutzen. Das heißt, du kannst für 20 Euro das ganze Jahr mit allen Bussen in Passau fahren! Als Fahrkarte dient der Studierendenausweis in Verbindung mit einem amtlichen Lichtbildausweis.

Wo gilt das Semesterticket in Passau?

Warum wird es nicht aus Studiengebühren finanziert?

Die gesetzliche Grundlage zur Verwendung der Studienbeiträge ist folgende:
Art. 71 BayHSchG: „ (1) 1 Die Hochschulen erheben von den Studierenden Studienbeiträge als Körperschaftsangelegenheit. 2 Die Studienbeiträge dienen der Verbesserung der Studienbedingungen. „
In der Praxis wird dieser Rechtsgrundsatz so ausgelegt, dass Studienbeiträge ausschließlich zur „Verbesserung der Lehre“ verwendet werden dürfen. Auf dieser gesetzlichen Grundlage ist eine Verwendung für die Nutzung des Nahverkehrs nicht zu rechtfertigen.

Warum müssen alle den Beitrag für das Semesterticket zahlen?

Das Semesterticket muss sich sowohl für die Studierenden wie auch für die Stadtwerke Passau lohnen.
Auf Seiten der Studierenden steht der Solidaritätsgedanke im Vordergrund: eine kleine Ausgabe von 10 Euro entlastet besonders diejenigen, die im Moment sowieso regelmäßig mit dem Bus fahren müssen. Außerdem ist zu erwarten, dass mehr Studierende als bisher spontan das öffentliche Nahverkehrsnetz nutzen werden – damit ergibt sich für alle Studierenden ein Vorteil. Denn das Semesterticket lohnt sich schon ab einer Fahrt im Monat: 10 Euro im Semester, das bedeutet 1,67 Euro pro Monat!
Darüber hinaus muss natürlich auch der Anbieter des Busnetzes wirtschaftlich arbeiten. Hier zum Verständnis die Berechnungsgrundlage des Tickets: Die Stadtwerke Passau haben angegeben, dass sie momentan durch die Studierenden 171 000 Euro im Jahr einnehmen. Diese Einnahmen zzgl. staatlicher Förderung müssen bei Einführung eines Semestertickets erhalten bleiben.
Zahlen die rund 10 000 Studierenden pro Semester einen Beitrag von 10 Euro, so ergibt dies eine Einnahme von rund 200 000 Euro pro Jahr für die Stadtwerke Passau. Die Differenz von ca. 30 000 Euro wird für zusätzliche Kosten genutzt werden, so zum Beispiel für den Einsatz von Zusatzbussen, die aufgrund des zu erwartenden höheren Fahrgastaufkommens durch die Studierenden benötigt werden.

Bleibt es bei den 10 Euro?

Der Vertrag wird von den Stadtwerken Passau und dem Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz auf mind. 2 Jahre abgeschlossen. Danach kann der Vertrag von beiden Seiten gekündigt und neu verhandelt werden. Sollten bei diesen Verhandlungen Preissteigerungen unumgänglich sein, wird eine neue Abstimmung unter den Studierenden erforderlich. Also keine Preissteigerungen ohne eure Zustimmung!

 

Was kostet das Semesterticket in anderen Städten?

Was kostet der Busverkehr bisher?
http://www.stadtwerke-passau.de/pages/inhalt/bus_und_parken/stadtverkehr/fahrpreise_verkaufsstellen.htm

Wieso gibt es kein bayernweites Ticket?

Um ein bayernweites Semesterticket einzuführen müssen viele Verhandlungspartner zusammen agieren. Dies sind einerseits die Studierenden, andererseits die Vielzahl von Verkehrsverbünden in Bayern (fast jede Stadt hat ihren eigenen) und die Deutsche Bahn. Besonders hinsichtlich der Höhe des Preises und der Verteilung der Einnahmen ist aus diesem Grund schwierig, ein gemeinsames Semesterticket einzuführen, wie dies zum Beispiel in Hessen der Fall ist. Dort gibt es nur zwei Verkehrsverbünde – RMV und VRN – die sich einfach an einen Tisch setzen und ein landesweites Semesterticket aushandeln konnten.

Wie können Studierende von dem Ticket profitieren, die den Bus bisher nicht nutzen?

Viele Studierende, die in weiter weg gelegenen Wohnheimen wohnen, müssen bereits heute den Bus nutzen und haben erhebliche Ausgaben. Diese werden durch das Ticket deutlich entlastet.
Auch für diejenigen, die den Bus bisher nicht nutzen mussten, bringt das Ticket deutliche Vorteile, hier ein paar Beispiele:

  • Du kannst öfters ins PEB oder an die Ilz fahren, ohne dir über die Kosten für den Bus Gedanken machen zu müssen!
  • Du kannst nach der Dult einfach in den Bus steigen und brauchst nur deinen Studierendenausweis und deinen Personalausweis bzw. Reisepass!
  • Du kannst Freunde, die in stadtauswärts gelegenen Stadtteilen wohnen (z.B. im Donauschwaben- oder im Schönleitner-Wohnheim), viel einfacher und schneller besuchen!
  • Du musst deinen Koffer nicht bis zum Bahnhof schleppen, sondern nimmst einfach kurz den Bus!